Innenentwicklung und Zonierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Bevölkerungswachstum und die Arbeitsplatzentwicklung sollen primär in den Entwicklungsgebieten rund um die beiden Bahnhöfe und im Gebiet Weitblick stattfinden.
  • Ebenfalls soll entlang der Bielstrasse ein urbaner Raum entstehen. Die Fassung der entsprechenden Strassenräume wird mittels Gestaltungsbaulinien definiert.
  • In den gewachsenen Wohnquartieren soll das richtige Mass an Innenentwicklung ermöglicht werden, abgestimmt auf ihre bestehenden baulichen und freiräumlichen Qualitäten. Die Verdichtung/Aufzonung erfolgt demnach nicht flächendeckend.

Die Instrumente

  • Zonenplan 1: Nutzung
  • Baureglement (BR)
  • Zonenreglement (ZR)
  • Erschliessungs- und Baulinienplan (Gestaltungsbaulinien)

Ausgangslage

Die für die Innenentwicklung bestimmende Teilrevision des eidg. Raumplanungsgesetzes ist seit 1. Mai 2014 in Kraft, die Teilrevision der kantonalen Bauverordnung seit 1. März 2013. Letztere beinhaltet die Festlegungen der interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB). Mit der IVHB werden neue Begriffe und Messweisen festgelegt, die mit den bisher verwendeten nicht mehr übereinstimmen.

Was ist anders als bisher?

  • Baubegriffe werden gemäss IVHB vereinheitlicht: Anstelle der Ausnützungsziffer (AZ) wird die Geschossflächenziffer (GFZo) verwendet; Attikageschosse und ausgebaute Dachgeschosse sind neu der GFZo anzurechnen. Damit gelten sie nicht mehr wie bis anhin als «Nutzungsboni» (ausser im Bestand). Die Nutzungsziffer der GFZo wird daher gegenüber der AZ leicht erhöht.
  • Da die kantonale Regelung hinsichtlich Attikas sehr strikt ist, wird auf diese verzichtet. In Zonen, in denen bisher eine Attika zulässig war, soll stattdessen ein (Voll-)Geschoss realisiert werden können. Dieses kann analog einer Attika oder vollflächig bebaut werden.
  • Die heutige Kernzone wird zur Mischzone, die Ensembleschutzzone zur Bestandeszone.
  • Gebiete mit Potenzial für einen baulich und funktional urbanen Charakter wurden einer Mischzone zugeordnet. Unter Berücksichtigung des sensiblen historischen Kontexts ist in den Bestandeszonen mittels Gestaltungsplan eine bauliche oder nutzungsmässige Entwicklung zulässig.

Was hat sich geändert gegenüber der öffentlichen Mitwirkung?

  • Mittels Quartieranalysen wurde die Zonenzuordnung nochmals überprüft. Die Gebiete Fegetzhof, Wohnüberbauung Keltenstrasse, Atriumsiedlung Rosenweg, Tugginerweg und Loretomatte werden nicht der Zone W3a zugeordnet. Für die Beibehaltung der Qualität und des Charakters der jeweiligen Quartiere wurde in den Wohnzonen bei Firstdächern eine maximale Fassadenhöhe (Traufhöhe) festgelegt. Diese liegt 2 m tiefer als die Gesamthöhe bei Flachdachbauten (§ 6 ZR, Ausnahme: W2). Zur Qualitätssicherung wurden die Vorschriften zur Eingliederung von Um-, An- und Neubauten in die Wohnzonen präzisiert (§ 21 ZR).
  • Bei den Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen (öBA) wird neu eine öBAc mit bis zu 5 Vollgeschossen festgelegt. Areale, auf denen eine max. Gesamthöhe von 10,5 m angemessen ist (v. a. Schulhäuser in Wohngebieten), wurden von der Zone OeBAb in die OeBAa verschoben.
  • Um mehr Planungssicherheit zu erhalten, wurde die Spannweite der zulässigen Geschosse in der Mischzone Bahnhof eingeschränkt (§ 6 ZR Abs. 3).
  • Verschiedene Areale wurden eingezont: aufgrund bereits bestehender oder geplanter Nutzungen oder weil eine Reservezone nicht angebracht war. Auf Auszonungen wird verzichtet.

Welche übergeordneten Gesetze und Instrumente sind insbesondere zu berücksichtigen?

  • Raumplanungsgesetz Bund (SR 700)
  • Kantonaler Richtplan
  • Planungs- und Baugesetz des Kantons Solothurn (BGS 711.1)
  • Kantonale Bauverordnung (BGS 711.61)

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